Info für Liebhaber der Altdeutschen Mövchen
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 Die einzelnen Farbenschläge bei den Altdeutschen Mövchen                          

Altdeutsche Mövchen gibt es mittlerweile in 23 anerkannten Farbenschlägen, so dass eigentlich für jeden Züchtergeschmack ein Farbenschlag dabei sein sollte. Der Zuchtausschuss des Sondervereins hat die Farbenschläge in zwei Kategorien eingeteilt: Kategorie 1 und die Kategorie 2. Können an die Farbenschläge der Kategorie 1 hohe Anforderungen an die rassespezifischen Merkmale gestellt werden, so sind die Farbenschläge der Kategorie 2 mit Fingerspitzengefühl zu bewerten, da sie erst kurz anerkannt oder recht selten und wenig verbreitet sind. So äußerte sich einmal der ehemalige Zuchtwart des Hauptvereins Ralf Scheschi in dem Buch  "Altdeutsche Mövchen im Wandel", das zum 50sten Bestehen des Sondervereins im Jahre 2006  herausgebracht wurde (Kategorien) download. In der Tat ist es so, dass die Einteilung der Farbenschläge in Kategorien immer wieder neu überdacht werden muss. Auch in unserem Verein ist das Durchschnittsalter relativ hoch, wenngleich wir auch noch recht viele junge Züchter haben. So zeigt der allgemeine demographische Wandel seine Folgen auch in der Taubenzucht, da Züchter z. B. aufgrund ihres Alters Farbenschläge oder gar die Zucht ihrer Tauben aufgeben müssen. Die letzten Jahre haben auch gezeigt, dass die Farbenschläge gewissen Modetrends unterliegen, so ist z. B. der rotgesäumte Farbenschlag, der bis vor vier oder fünf Jahren im Verhältnis zu den anderen Farbenschlägen weniger ausgestellt wurde,  zurzeit recht beliebt. Aber jetzt zu den einzelnen Farbenschlägen:


Schwarze Altdeutsche Mövchen: 

       

 

Schönes scharzes Altdeutsches Mövchen, das auf der VDT-Schau in Leipzig mit V bewertet wurde.

 

 

 

1,0 schwarz von der Nationalen in Dortmund 2011 mit enormen Kopfpunkten, hoher Haube und breiter Stirn

 

  

Beim schwarzen Farbenschlag kann man sehen, was beim Altdeutschen Mövchen züchterisch "machbar" ist. Der Qualitätsstandard ist ausgesprochen hoch.  Eine gute Züchterschar sorgt dafür, dass die Jungtiere dieses Farbenschlags uns jedes Jahr auf den Ausstellungen erfreuen. An  diesem Farbenschlag kann man höchste Anforderungen stellen. 2012 wurde Wilfried Kuhnert Europameister mit diesem Farbenschlag. Kurze und kräftige Typen, Köpfe mit einer breiten Stirn, hohen Hauben und den dazugehörigen hohen Rosetten sind hier auf jeden Fall gefordert.  In den letzten Jahren hat man aber auch auf den Ausstellungen Tiere gesehen, die größenmäßig an die obere Grenze des Erwünschten angekommen sind. Da muss züchterisch ein wenig gegengesteuert werden. Auch sollte man darauf achten, dass die Rosetten gut ausgeprägt und nicht zu klein werden. Grobe Schnabelwarzen und auch eine matte schwarze Farbe entwerten ein Tier sehr.  Tiere mit matter schwarzer Farbe können  unter Umständen aber in blaue, schwarzbindige Altdeutsche Mövchen eingekreutzt werden, um hier eine Blutauffrischung oder eine Qualitätsverbesserung zu erzielen. Oftmals sind diese "matten" Tiere  sogar spalterbig auf blau mit schwarzen Binden.

 Dunfarbige Altdeutsche Mövchen: (nicht anerkannt!)

       

Seit einigen Jahren gibt es auch dunfarbige Altdeutsche Mövchen - und das in hoher Qualität! Leider werden diese Mövchen auf Ausstellungen nicht gezeigt.

 

Die auf den beiden linken  Bilder gezeigten Mövchen aus der Zucht von Ernst Althoff sind wähend eines Züchterbesuches "ungeputzt"  fotographiert worden!

 

Dunfarbige Altdeutsche Mövchen fallen i. d. R. bei Züchtern von gelben Altdeutschen Mövchen an, die, um ihre "Gelben" zu verbessern, schwarze Altdeutsche Mövchen einkreuzen. (Jungtier aus der Zucht von Marcus Barghorn)

Dunfarbige Altdeutsche Mövchen sind der Verdünntfarbenschlag von schwarz. Diese Farbe kann man relativ schnell "entstehen" lassen, da man lediglich innerhalb der Rasse Farbenschläge miteinander verpaaren braucht. Schwarze Altdeutsche Mövchen sind genetisch gesehen, sehr salopp formuliert, Blaue mit schwarzen Binden bzw. Blau-gehämmerte. Sie tragen das sogenannte "Ausbreitungsgen", das bewirkt, dass sich die schwarzen Anlagen, wie z. B. die Hämmerung oder die Binden, im Gefieder ausbreiten. So ein Tier erscheint dann schwarz.  Paart man nun z. B. einen 1,0  Altdeutsches Mövchen in blaufahl mit dunklen Binden an ein schwarzes Weibchen, so werden alle Töchter aus dieser Verpaarung verdünntfarbig sein - gleichzeitig tragen die Töchter aber den Ausbreitungsfaktor von der schwarzen Mutter in sich - das Tier  ist also dunfarbig! Da diese Weibchen/ Töchter spalterbig auf den Ausbreitungfaktor sind, ergibt sich bei einer Rückpaarung an blaufahle Täuber zu 50% wieder dunfarbige Nachzucht in beiden Geschlechtern. Man darf gespannt sein, ob dieser Farbenschlag zur Anerkenung geführt wird. Eine andere Möglichkeit die Verdünnung auf schwarz zu übertragen ist, dass man gelbe Täuber an schwarze Täubinnen paart. Aus dieser Verpaarung werden neben dunfarbiger Nachzucht auch gesäumte Tiere fallen. An dieser Stelle soll darauf nicht weiter eingegangen werden.

Altdeutsche Mövchen in kite (?, nicht anerkannt):

 


       

                                  Foto und Züchter: Cséplö Arpád/ Ungarn

Die oben abgebildete 0,1 Taube ist aus einer Kreuzung zwischen 1,0 blau mit schwarzen Binden und rot entstanden. Erwartungsgemäß gehört die Täubin der schwarzen Grundfarbe an. Dass sie auf dem Bild als schwarz mit starkem Rostanflug erscheint, lässt sich auch erklären. In den roten Farbenschlag werden immer wieder von den Züchtern schwarze Altdeutsche Mövchen mit dem Ziel der Farbintensivierung eingekreuzt. Die rote Mutter wird daher den so genannten Ausbreitungsfaktor in sich getragen haben und hat diesen an ihre Tochter weitergegeben. Sie erscheint so schwarz und nicht wie erwartet blau mit schwarzen Binden bzw. blau-gehämmert. Ob es sich bei diesem Tier um eine "genetische" Kite-Täubin handelt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.

 

 Foto: Jens Behrens

In der Zucht von Wilco Sloedemann/ Holland ist ebenfalls ein Tier gefallen, das vom Phänotyp her dem dargestellten Tier auf dem linkem Foto entspricht. Bei geöffnetem Flügel kann man gut den "Mischton" aus schwarz und rot erkennen, der typisch für den Farbenschlag kite ist. Beide Elterntiere waren rot und man kann davon ausgehen, dass in einer vorherigen Generation irgendwann einmal schwarze Altdeutsche Mövchen eingekreuzt worden sind.

 

 

Altdeutsche Mövchen in  blau mit schwarzen Binden: 

       

 

Schöner 1,0 blau mit schwarzen Binden auf der VDT Schau 2012 in Leipzig mit V Europachampion bewertet. Der Ur-Großvater war gelbfahl. Die Schwester ist die blaufahle 0,1 unten.  Züchter: Jens Behrens

 

 

 

 

  

Dieser Farbenschlag ist so gut wie auf allen großen Schauen vertreten und erfreut sich großer Beliebtheit. Tiere dieses Farbenschlags werden auf Ausstellungen hoch bewertet und besitzen ausgesprägte Rasseattribute. Die Täuber dieses Farbenschlages haben mitunter geschlechtsbedingt eine hellere Schildfarbe als die Täubinnen. Die Schildfarbe der Täuber darf  nicht zu blaufahl tendieren. Der  Bindenverlauf sollte relativ schmal und im Verlauf nicht zackig sein. Mitunter haben die Tiere dieses Farbenschlag Rost in den Binden, der dann zu niedrigen Noten bei Ausstellungen führt. Rostiger Anflug im Gefieder vererbt sich relativ stark. Bewährt hat sich daher auch, einmal das Gefieder unterhalb des Flügels anzuschauen, da sich hier, relativ versteckt, auch mitunter Rost zeigt.

Altdeutsche Mövchen in dunkel (nicht anerkannt):

 

       

                                                  Fotos: Jens Behrens

Dieser ausgesprochen schöne Altdeutsche Mövchentäuber im Farbenschlag "dunkel" ist aus einem "reinen" schwarzen Elternpaar gefallen. Schwarze Tauben sind genetisch gesehen eigentlich blau oder blau-gehämmert. Schwarze Tauben besitzen zusätzlich das so genannte Ausbreitungsgen und erscheinen dann schwarz. Dass bei den schwarzen Altdeutschen Mövchen von Zeit zu Zeit "matt-schwarze" Tiere fallen - das ist bekannt. Dieses Tier war aber eine wirklche Überraschung und würde sicherlich in der AOC-Klasse auf einer Ausstellung mit sehr hohen Noten bedacht werden.

 

Hier auf dem Bild kann man die sehr verdichtete Hämmerung als typisches Merkmal des dunklen Farbenschlages erkennen.

  Dass es sich um ein Tier ohne Ausbreitungsgen handelt,  kann man an der Innenseite des Flügels ausmachen. Hier kann man gut  die  angedeutete "blaue" Hämmerung der Taube erkennen. Züchter: Fritz Fuhrmann

 Blau-gehämmerte Altdeutsche Mövchen:

    

   

Blau-gehämmertes Tier mit schöner gleichmäßiger Zeichnung und hohen Rasseattributen aus der Zucht von Rudof Christian, ausgestellt auf der Nationalen in Dortmund 2011.

 


 

Dieses Tier könnte in der Hämmerung gleichmäßiger sein.

 

Da die blau-gehämmerten Altdeutschen Mövchen in der Regel mit blauen, schwarzbindigen Altdeutschen Mövchen gezüchtet werden, können  theoretisch an beide Farbenschläge die gleichen Ansprüche gestellt werden. Deutschlandweit gibt es einige Züchter, die sich auf diesen Farbenschlag spezialisiert haben. Zu erwähnen ist in diesem Farbenschlag der Züchter Rudolf Christian, der seit Jahren diesem Farbenschlag die Treue hält und etliche hohe Preise in diesem Farbenschlag, u. a. auch den deutschen Meistertitel, ierrungen hat. Bei der Zucht ist  zu beachten, dass die Hämmerung ein klares Dreieck aufweisen sollte und frei von irgendeiner Art von Rost frei sein muss. Eine züchterische Herausforderung ist es, zusätzlich die Tiere so zu züchten, dass sich  die Hämmerung  über das Flügelschild gleichmäßig verteilt. Diese Herausforderung ist i. d. R. nur zu schaffen, wenn man ein gehämmertes Tier mit einem bindigen Tier verpaart. Die aus dieser Verpaarung entstandenen Jungtiere sind dann je zur Hälfte blau-gehämmert bzw. blau mit schwarzen Binden. Sind bei einem Zuchtpaar beide Partner blau-gehämmert, so muss man in Kauf nehmen, dass ca. ein Viertel der Nachzucht eine Hämmerung aufweist, die  stark verdichtet ist. Die Tiere dieser Nachzucht sind leider  nicht ausstellungsfähig und werden bei anderen Rassen dunkel genannt, können aber natürlich in der AOC ausgestellt werden. Diese "dunklen" Altdeutschen Mövchen sind reinerbig auf die Hämmerung. Wenn man diese zurück an Bindige paart, wird man zu 100 % blau-gehämmerte Jungtiere bekommen.

 

 

Altdeutsche Mövchen in blaufahl mit dunklen Binden: 

      

0,1 blaufahl jg.  auf der Sonderschau der Gruppe Nord 2013 mit  V LVEB bewertet. Sie war die beste Taube der Schau und ist die "Vollschwester" von der Täubin auf dem Bild neben ihr.

 

 

O,1 blaufahl, die auf der Sonderschau der Gruppe Nord 2012 mit V bewertet wurde. Beide Elternteile waren blau. Der Vater ist spalterbig auf blaufahl, die Großmutter mütterlicherseits war rotfahl. Da die 0,1 sich zum Zeitpunkt der Aufnahme duckt, erscheint sie hier etwas lang. Züchter: J. Behrens

 

 

Vielversprechendes Jungtier  (1,0) von 2013  aus der Zucht von Karl Degel, üppiges Jabot, schöner Schnabel-Stirn-Winkel und kurze Figur.

Der Farbenschlag blaufahl mit dunklen Binden hat in den letzten Jahren einen Aufschwung erfahren, nicht nur was die Züchterzahl anbelangt. So werden die Blaufahlen auf Ausstellungen immer wieder in hoher Qualität gezeigt.  Im Jahr 2012 wurde ein blaufahles Tier aus der Zucht von Uwe Grage Europachampion. Das Schild der blaufahlen Altdeutschen Mövchen soll rein und gleichmäßig sein. Die Binden auf dem Flügelschild können aufgrund der Verdünnung nicht schwarz sein. Das Blaufahl der Altdeutschen Mövchen entspricht  eher dem  "Lahore-Blaufahl" und nicht dem "Homer-Blaufahl", d. h., dass die Binden unter Umständen dunkelbraun erscheinen können. Aber Vorsicht: Man darf dies auf keinen Fall mit Rost in den Binden  verwechseln! Rost wird auf Ausstellungen gestraft. Damit das Flügelschild rein und gleichmäßig bleibt wird, sollten die Tiere dieses Farbenschlages nicht permanent der Sonne ausgesetzt sein. Daher schützen einige Züchter ihre Volieren vor starker, direkter Sonneneinstrahlung. Da die Farbe Blaufahl bekanntlich die Verdünntfarbe von blau mit schwarze Binden ist, lassen sich diese beiden Farbvarietäten auch gut in der Zucht miteinander kombinieren. Beliebt ist auch das Verpaaren der Farbenschläge blaufahl mit gelbfahl, dazu unter dem Farbenschlag gelbfahl später mehr.

 

Blaufahl-gehämmerte Altdeutsche Mövchen:

 

      

 

1,0 blaufahl-gehämmert aus der Zucht von Jens Behrens

 

 

Hier deutlich der Unterschied der Farbenschläge braunfahl-gehämmert (links) und blaufahl-gehämmert (rechts)  zu erkennen. Züchter:J.Behrens Die braunfahl-gehämmerte 0,1 war eine Leihgabe aus der Zucht von Axel Oberlin.

 

 

0,1 blaufahl-gehämmert, Jungzüchter Fabian Buschlüter, Münster 2009 mit hv96LVEJ bewertet.

         

Die blaufahl-gehämmerten Altdeutschen Mövchen sind erst im Jahr 2009 anerkannt worden. In Holland hatte die Züchterin Gretje Sanders schon einige Jahre vorher Altdeutsche Mövchen in blaufahl-gehämmert gezüchtet. Relativ zeitgleich tauchten dann in Deutschland auch Blaufahl-gehämmerte auf. Im Jahre 2007 wurde eine blaufahl-gehämmerteTäubin von Jens Behrens  auf der  VDT-Schau in Dortmund  in der AOC mit  HvE bewertet. Im Informationsheft des Sondervereins wurde vom damaligen 1. Vorsitzenden Fritz Messerschmidt verkündet, dass er mit dem Zuchtausschussvorsitzenden Wolf übereingekommen war, dass auf der VDT-Schau in Dortmund vier Tiere zur Sichtung gemeldet werden sollen. Fritz schrieb dazu: " Ich bin nicht der Erzüchter, sondern nur der Kooordinator.",  (nachzulesen gelbes Infoheft, Ausgabe 1/ 2008). Bei diesem Farbenschlag empfiehlt es sich, wie das auch bei den blau-gehämmerten Altdeutschen Mövchen der Fall ist, diese mit der bindigen Variante der entsprechenden Grundfarbe (hier blaufahl)  zu züchten. Altdeutsche Mövchen in diesem Farbenschlag tauchen immer wieder vereinzelt auf Ausstellungen auf. Es ist zu vermuten, dass diese durch Zufallskreuzungen entstanden. Da dieser Farbenschlag durch eine Farbkreuzung innerhalb der Rasse herausgezüchtet wurde, kann man auch die gleichen relativ hohen Anforderungen, wie z. B an die Farbenschläge blaufahl oder blau mit schwarzen Binden, stellen. Paart man z. B. einen blaufahlen Altdeutschen Mövchentäuber an eine blau-gehämmerte Täubin, so ergibt die Nachzucht bereits zu 25% blaufahl-gehämmerte Töchter. Ohne Vergleichstiere auf einer Ausstellung ist es manchmal schwierig, diesen Farbenschlag vom  noch nicht anerkannten braunfahl-gehämmerten Farbenschlag zu unterscheiden. Mehr zu diesem Thema siehe unter nachfolgendem Link:

Axel Sell - Unterschied braunfahl- und blaufahlgehämmerte Altdeusche Mövchen.pdf
Download

 

 

Altdeutsche Mövchen in blaufahl ohne Binden: 

        

0,1 blaufahl ohne Binden von Marcus Barghorn.Die Großmutter dieser Täubin war eine blau-hohlige Süddeutsche Schildtaube.

 

 

 

 

                       

Diese Farbenschlag ist sehr selten. Meines Wissens gibt es nur noch einen Züchter in Deutschland, der sich auf die Zucht dieses Farbenschlages spezialisiert hat.

 

Rote Altdeutsche Mövchen: 

 

      

Roter Täuber, mit hoch angesetzten Rosetten und kräftigem Habitus aus der Zucht von Marcus Barghorn.

 

0,1 rot, Züchter Dieter Ausel

 

 

 

Seit einigen Jahren gibt es einige Züchter, die sich um diesen Farbenschlag bemühen und schöne und sehr typhafte Tiere züchten. Rote Altdeutsche Mövchen werden regelmäßig auf Schauen gezeigt und dort auch hoch bewertet. Die meisten Tiere besitzen die rassetypischen Merkmale, wie Jabot, hohe Rosetten und hohe Hauben usw..

 

Gelbe Altdeutsche Mövchen: 

 

       

 

1,0 gelb mit sehr schönen Kopfpunkten, hohen Rosetten, die gut definiert sind und hoher Haube. Dieser wirklich schöne Täuber könnte ein wenig gleichmäßiger in der Farbe sein. Züchter: Marcus Barghorn.

 

 

Typhafter 1,0 gelb aus der Zucht von Giulio Marcoccia/ Canada

 

 

In den letzten Jahren hat sich enorm etwas bei den gelben Altdeutschen Mövchen getan. Das liegt sicherlich auch daran, dass sich diesem Farbenschlag  sehr erfahrene Züchter und auch junge, sehr motiverte Züchter angenommen haben. Die Schildfarbe soll ein schönes gleichmäßiges Gelb aufweisen. Dies ist nicht immer so einfach, da  es sich genetisch gesehen bei den gelben Altdeutschen Mövchen  nicht um den Farbenschlag ressesiv gelb handelt. Etwas vereinfacht ausgedrückt: gelbe Altdeutsche Mövchen sind "dunkelgelb-gehämmerte" Tiere. Daher wird es auch in Zukunft eine Herausforderung sein, die Farbanforderungen an diesen Farbenschlag zu erfüllen. Zumal, um die Qualität bei diesem Farbenschlag zu erhöhen,  von einigen Züchtern gelbfahle Tauben eingekreuzt wurden. Nichtsdestotrotz gehören Tiere mit einer sichtbaren Hämmerung nicht in den Ausstellungskäfig. Hier bietet es sich an, rote Tiere zu einer Farbverbesserung einzukreuzen, auch um den immer wieder mal auftretenden haarigen Federn in der Bindengegend züchterrisch entgegenzuwirken. Wie man dies am Sinnvollsten macht, beschreibt Thomas Zöller, der 1. Vorsitzende des Hauptvereins, am Besten selbst:
 

Altdeutsche Mövchen - warum nicht in gelb.pdf  Zum Lesen bitte anklicken!

 

Rotfahle Altdeutsche Mövchen: 

      
0,1 rotfahl mit V auf der Europaschau in Leipzig bewertet. Europachampion. Züchter Karl Degel 

1,0 rotfahl auf der Europaschau in Leipzig mit V Europachampion bewertet. Züchter: Hans Langner

 

 0,1 rotfahl

Die rotfahlen Altdeutschen Mövchen werden seit Jahren relativ konstant auf Ausstellungen und auf hohem Niveau gezeigt. Die Bindenfarbe der Rotfahlen soll ziegelrot sein, wobei das Flügelschild rein und nicht zu dunkel sein soll. Natürlich ist bei den Täubinnen die Gefiederfarbe geschlechtsbedingt dunkler als bei den Täubern. Hat die Schildfarbe einen bläulichen Anflug, so können diese Tiere zwar für die Zucht recht wertvoll sein, sollten aber nicht ausgestellt werden. Der bläuliche Anflug im Schild entsteht mitunter, da blaue, schwarzbindige Altdeutsche Mövchen in die Rotfahlen eingekreuzt wurden. Auf der VDT-Schau 2012 wurde Hans Langner Europameister in diesem Farbenschlag. Karl Degel stellte die Europachampion-Täubin, die ihres gleichen erst einmal suchen muss. Auch eine zu helle Schild- und Bindenfarbe wertet ein Tier deutlich ab. Solche Tiere können aus Kreuzungen mit gelbfahl entstanden sein und gehören ebenfalls nicht in den Ausstellungskäfig.

 

Gelbfahle Altdeutsche Mövchen:

        

0,1 gelbfahl von Hans Langner

 

 

 


Wer etwas über diesen Farbenschlag schreibt, kommt an den Namen Hans Langner nicht vorbei. Dieser Züchter wurde in diesem Farbenschlag zig Mal deutscher Meister und im Jahre 2012 sogar Europameister. Im Jahre 2007 gewann er den goldenen Siegerring. Die ganzen Erfolge belegen, dass der gelbfahle Farbenschlag in höchster Qualität existiert. Auf Ausstellungen ist er relativ gut vertreten und präsentiert sich eigentlich jedes Jahr sehr gut. Um gute gelbfahle Altdeutschen Mövchen zu züchten, muss man regelmäßig andere Farbenschläge einkreuzen. Die Züchter tun dies, um die gelbfahle Farbe zu erhalten. Die Farbe wird sonst im Laufe der Jahre einfach zu hell und verblasst dann stark. Einige Züchter paaren deshalb die Farbenschläge gelbfahl und blaufahl zusammen. Immer wieder kreuzen die Züchter von Gelbfahlen auch rotfahle Tiere ein. Man kann auch blaue Täubinnen in diesen Farbenschlag einkreuzen, da man bereits in der ersten Generation schon gelbfahle Töchter haben wird. Die Söhne aus dieser Verpaarung werden dann rotfahl sein. Gelbfahle Tauben schaufertig zu machen, ist aufgrund der sehr hellen Farbe eine ganz schöne Herausforderung. Erfahrene Züchter machen sich deshalb bereits über die Zeichnung der Tiere im Nest Notizen. Gelbfahle Altdeutsche Mövchen neigen zu einem Ansatz zur dritten Binde. Hier ist züchterisch ein Augenmerk drauf zu legen.

 

Gelbfahl-gehämmert und rotfahl-gehämmert Altdeutsche Mövchen: 

 

      

 

1,0 rotfahl-gehämmert auf der VDT und Europa-Schau in Leipzig mit V, Europachampion bewertet. Züchter: Karl Degel

 

 

0,1 gelbfahl-gehämmert aus der Zucht von G.Culemann

 

Hochbewerteter 1,0 rotfahl-gehämmert aus der Zucht von Alfred Tüllmann. Auf der Westdeutschen Junggeflügelschau 2001 mit VEB ausgezeichnet.

Beide Farbenschäge können gut mit der für sie  jeweils passenden bindigen Farbvariante verpaart werden. Haben die rotfahl-gehämmerten Altdeutschen Mövchen einen festen Züchterstamm, so haben dies die gelbfahl-gehämmerten Altdeutschen Mövchen  eher nicht. Die Gelbfahl-Gehämmerten erscheinen zurzeit kaum noch auf Ausstellungen und werden von den sehr wenigen Züchtern "nebenbei" gezüchtet. Letztere wurden 1996 von Zuchtfreund Beckmann aus Norderstedt auf der Junggeflügelschau in Hannover zur Anerkennung gebracht. Obwohl zwei große Zuchten den rotfahl-gehämmerten Farbenschlag aufgegeben haben, (u.a. der Erzüchter dieses Farbenschlages Horst Duve) sieht man die Rotfahl-gehämmerten  regelmäßig auf den Schauen - und dies auf hohem Qualitätsniveau. Der mehrmalige deutsche Meister und Europameister von 2012, Ralf Kinze, macht da wirklich gute Arbeit. Für die Zukunft sollte man züchterisch das Augenmerk darauf legen, dass die Hämmerung auf dem Flügelschild nicht zu verdichtet erscheint. Ansonsten gelten für die Hämmerung die allgemeinen Regeln, wie bei den anderen gehämmerten Farbenschlägen bereits beschrieben.


 

 Aschfahle Altdeutsche Mövchen:

      

 Foto: A.Sell

Aschfahles Altdeutsches Mövchen, auf der 89. Junggeflügelschau in Dortmund ausgestellt. Nun könnte man meinen, dass ist ein ausgesprochen schlecht gezeichnetes Tier. Hier aber handelt es sich um eine genetische Besonderheit. Dieses Tier ist ein Mosaik - deutlich an dem dunklen Fleck zu erkennen. Es stellt somit keinen Farbenschlag dar. Mosaik entsteht durch eine befruchtete Eizelle, deren Chromosomen während der Embryonalentwicklung mutiert sind oder sich nicht richtig geteilt haben (genauer und vertiefter nachzulesen in einem  Bericht von Prof. Schille  in der Geflügelzeitung 15/ 2013).

 

 

Typhafter 1,0 aschfahl mit geichmäßiger Farbe. Der Schnabel-Stirnwinkel könnte ausgeprägter sein. Züchter: Thomas Zöller.

 

 

0,1 mit Jungen aus der Zucht von Thomas Zöller,            1. Vorsitzender des Sondervereins

Um den aschfahlen Farbenschlag ist es sehr ruhig geworden. Auf größeren Schauen werden sie sehr selten gezeigt. Das verwundert sehr, da es sich um einen aparten Farbenschlag handelt. Daher kann man über den Zuchtstand nur wenig Aussagen treffen. Bei den Aschfahlen wird ein rotfahler Grundton gefordert. Zu helle und zu dunkle Tiere, gar mit einem blauen Anflug, sind auf Ausstellungen zurückzustufen. Theoretisch müsste man an diesen Farbenschlag höchste Anforderungen stellen können, da er durch eine Verpaarung innerhalb der Rasse der Altdeutschen Mövchen bereits in der F 1 entsteht. Verpaart  man einen 1,0 rotfahl mit einer 0,1 schwarz, so wird die gesammte Nachzucht die Grundfarbe rot besitzen, da das Dominant Rot, wie der Name schon sagt, gegenüber schwarz  dominieren wird. Der Ausbreitungsfaktor, der von der schwarzen Täubin vererbt wird, bewirkt, dass sich die Farbe, die sich im Schwanzbindenbereich sowie in den Spitzen der Hand und Armschwingen findet, über das ganze Gefieder ausbreitet (nachzulesen bei A.und J. Sell, Vererbung bei Tauben, Seite 46).

 

Rot- und gelbgesäumte Altdeutsche Mövchen:

Der Farbenschlag der rotgesäumten Altdeutschen Möchen wurde von Dieter Ausel herausgezüchtet und 1993 zur Anerkennung gebracht.  Dieser Farbenschlag hat eine stabile Züchterzahl, die sich um diesen Farbenschlag bemüht. Bei der letzten Jungtierbesprechung im Jahre 2013 der Gruppe Süd hat ein rotgesäumtes Tier sogar  den ersten Platz gemacht - ein guter Beleg dafür, dass es in  diesem   Farbenschlag  schon recht gute Tiere gibt. Züchterrisch gilt es das Augenmerk darauf zu legen, das die Säummung  gleichmäßig erscheint. Prof. Axel Sell, Experte für Taubengenetik, vermutet, dass die rot- bzw. gelbgesäumten Altdeutschen Mövchen eine Variante des Farbenschlages aschfahl sind. Somit wird klar, dass an die Säumung nicht so hohe Ansprüche, wie z. B. an Orientalische Mövchen gestellt werden können. Die Säumung von den Täubern ist geschlechtsbedingt heller als bei den Täubinnen, was bei der Bewertung auf Ausstellungen Berücksichtigung finden muss.  

 

      

 

Gelbgesäumtes Altdeutsches Mövchen. 2007 im Anerkennungsverfahren des Farbenschlages auf 89. Nationalen Rassegefügelausstellung in Dortmund ausgestellt. Züchter: Gerd Mehl

 

 

Rotgesäumtes Jungtier, das bei der Jungtierbesprechung der Gruppe Süd 2013 den ersten Platz gemacht hat. Züchter: Dieter Nickel

 

 

Links außen 0,1 gelbgesäumt, rechts 1,0 rotgesäumt (F1). Aus einer  Farbkreuzung 1,0 gelb X 0,1 schwarz entstanden.  Zucht : Marcus Barghorn

 

Altdeutsche Mövchen in weiß: 

 

   

 

    

Extrem schöner 1,0 weiß, ausgestellt 2011 auf der Nationalen in Dortmund, mit ausgepägten Rasseattributen - aber mit  zu waagerechtem Stand. Züchter: Ralf Scheschi

 

1,0 weiß von Ralf Scheschi auf der HSS 2013 mit V EB ausgestellt.        Foto: Hellmann

 


Die weißen Altdeutschen Mövchen sind seit 1973 als neuer Farbenschlag anerkannt worden.Dieser Farbenschlag ist  noch vom Gründer des Sondervereins, Josef Scholand, erzüchtet worden. Weiße Altdeutsche Mövchen werden seit Jahren in hoher Qualität auf den Ausstellungen gezeigt. Der große Vorteil bei diesem Farbenschlag ist, dass man sich züchterisch nicht auf die schilde Zeichnung konzentrieren muss. Allerdings können  genau aus diesem Grund höchste Anforderungen an diesen Farbenschlag gestellt werden. Bei der Zucht der Weißen kann man immer auch auf andere Farbenschläge zurückgreifen. Tiere, die unter Umständen aufgrund von Zeichnungsfehlern in anderen Farbenschlägen nicht zur Zucht eingesetzt werden können, aber andere vorzügliche Rasseattribute haben, können hier eingekreuzt werden. Manchmal entstehen aus diesen Verpaarungen mit weißen Altdeutschen Mövchen bereits in der ersten Generation "rein weiße" Tiere. In den letzten Jahren wurden immer wieder, genau wie bei den Schwarzen, Tiere auf Ausstellungen gezeigt, deren Größe  an der absoluten Grenze war. Auch sieht man immer wieder weiße Altdeutsche Mövchen auf Ausstellungen, die vom Stand her zu waagerecht stehen. Die Züchter dieses Farbenschlages sind sich dieser Problematik aber bewusst und steuern züchterrisch dagegen. Als führenden Züchter kann man hier wohl den Vorsitzenden der Gruppe West, Ralf Scheschi, nennen. Im Jahr 2012 ist Thomas Zöller mit diesem Farbschlag Europameister geworden.

 

Altdeutsche Mövchen als Farbenschwänze: in blau, in schwarz, in gelb und rot
 

   

      

 

 

Schwarzer Farbenschwanz aus der Zucht von Heinz Hack, mehrmals hoch bewertet.          Foto: Heinz Hack

 

 

 

Schwarzer Farbenschwanz aus der Zucht-gemeinschaft Sellhoff-Bielefeld.Ausgestellt auf der Nationalen 2011 in Dortmund. Die Taube hat für diesen Farbenschlag schon einen schön breit angesetzten Kopf.                      Foto: Marcus Barghorn

Die Farbenschwänze gibt es in den  vier Farbvarianten: blau, schwarz, gelb und rot. Nach dem Anerkennungsverfahren wurden die blauen und schwarzen Farbenschwänze 1979 erstmals zur Schau gestellt.  Erzüchtet  wurden sie  von Heinz Hack durch Kreuzungen mit Hamburger Kalotten, Deutschen Farbenschwanzmövchen und Süddeutschen Schnippen.  Die roten Farbenschwänze entstanden später. Hierzu hatte Heinz eine rotgetigerte Chinesentäubin in die Zucht eingebracht. Wer sich einmal mit Züchtern dieser Farbenschläge unterhalten hat, wird schnell einen Eindruck bekommen, was für ein züchterischer Fleiß notwendig ist, gute Farbenschwänze zu züchten. Neben den allgemeinen Merkmalen, die ein gutes Altdeutsches Mövchen ausmachen, muss man bei der Zucht auch dafür Sorge tragen, dass die Nachzucht   farbige Schwänze mit einem durchgefärbten Keil aufweist. Das ist züchterrisch eine große Herausforderung. Allgemein kann man sagen, dass die schwarzen  Farbenschwänze wohl an der Spitze der "Farbenschwanzfamilie" stehen. Die Tiere haben in der Regel schon kurze Figuren und auch die Köpfe können sich schon sehen lassen - können aber mit den anderen schildigen Farbenschlägen noch nicht mithalten. Die Züchterzahl ist zwar relativ gering, doch sehr aktiv. So wurden in den letzten Jahren z. B. durch Einkreuzungen von Deutschen Nönnchen versucht, die Qualität weiter zu verbessern. Diese Farbenschläge sind mit viel Fingerspitzengefühl auf Ausstellungen zu beurteilen.

Auch durch Einkreuzungen von Deutschen Nönnchen sind die aschfahlen Farbenschwänze entstanden, die noch nicht anerkannt sind, aber von Ralf Kinze, regelmäßig in der AOC- Klasse gezeigt werden:

Altdeutsche Mövchen als Farbenschwanz  in aschfahl (nicht anerkannt):

 

       

Farbenschwänze in aschfahl aus der Zucht von Ralf Kinze, Wehrbleck.

 

0,1 alt, Farbenschwanz in aschfahl von Ralf Kinze. Auf der VDT Schau in Ulm 2014 mit hv 96SVE bewertet.

 

Oben abgebildetete Tiere ebenfalls aus der Zucht von Ralf Kinze.

 

Altdeutsche Mövchen in hellblau mit weißen Binden (Dominant Opal): 

      

 

1,0 hell-blauweißgeschuppt. Die Mutter dieses Täubers war hellbalu mit weißen Binden. Der Vater war blau-gehämmert. Züchter: J. Behrens

 

 

1,1 hellblau mit weißen Binden, aus der Zucht von Heike Böttjer. Die o,1 hat geschlechtsbedingt einen leichten Bindensaum.

 

 

1,0 hellblau mit weißen Binden aus der Zucht von Jorgen Primdal, hier das aufgehellte Gefieder  schön zu sehen

     
     

Dieser Farbenschlag ist ausgesprochen selten geworden, nachdem in den letzten Jahren zwei Zuchten diesen Farbenschlag aufgegeben haben und die Tiere nach Holland bzw. Dänemark verkauft wurden.  Das ist sehr schade. Die Altdeutschen Mövchen in diesen Farbenschlag können aus Tierschutzgründen nicht in Reinzucht gezüchtet werden.  Dieser Farbenschlag trägt einen Letalfaktor in seinem Erbgut, der meistens schon  bei den im Ei befindlichen Jungen  bewirken kann, dass diese absterben. Wenn man diesen Farbenschlag züchten möchte, dann kann man dies z. B.  mit Hilfe des Farbenschlages blau mit schwarzen Binden machen, da dieser Farbenschlag den Letalfaktor nicht in seinem Erbgut trägt. Die Hälfte der Nachzucht  aus dieser Verpaarung wird dann blau, schwarzbindig, die andere Hälfte hellblau mit weißen Binden sein. In den vergangenen Jahren wurden schon wirklich schöne, typhafte Tiere des Farbenschlages hellblau mit weißen Binden auf Ausstellungen gezeigt. In Figur, Hauben und Rosettensitz sind sie schon recht ordentlich. Das lag sicherlich auch daran, dass man diese Tiere kontinuierlich  mit dem Farbenschlag blau mit schwarzen Binden verbessern kann, den es bekanntlich in hoher Qualität gibt. Die Köpfe müssen nur noch ein wenig mehr Stirnbreite bekommen.  Heike Böttjer war in diesem Farbenschlag eine sehr engagierte Züchterin und hatte eine der führenden Zuchten in Deutschland. Die hellblauen Altdeutschen Mövchen sollen reinweiße Binden haben ohne jeglichen Rost in den Binden. Dies ist züchterisch gesehen eine große Aufgabe. Die Schwingen der Tauben dieses Farbenschlages laufen hell aus. Was viele Züchter nicht wissen: dieser Farbenschlag hat durchaus auch einen leichten Bindensaum,  der allerdings durch Züchtung verdrängt werden kann. Durch Verpaarung von hellblau-weißbindigen Altdeutschen Mövchen mit blau-gehämmerten Altdeutschen Mövchen kann man hellblau-weißgeschuppte Altdeutsche Mövchen erzüchten. Dieser Farbenschlag ist aber nicht anerkannt. Der Farbenschlag hellblau mit weißen Binden wurde von Rudi Schimanski durch Kreuzungen von Süddeutschen Schildtauben und Altdeutschen Mövchen hervorgebracht.

rotfahl mit weißen Binden (nicht anerkannt):

Den Faktor dominant opal kann man auch gut auf andere Farbenschläge übertragen, da sich die Grundfarbe "rot" über  "schwarz" dominant vererbt. Bei einer Verpaarung dieser beiden Grundfarben untereinander, hier:  1,0 rotfahl an 0,1 hellblau mit weißen Binden, wird die gesamte Nachzucht der Grundfarbe "rot" angehören.  Der Faktor dominant opal vererbt sich nicht geschlechtsgebunden, so dass 50% der gesamten Nachzucht aus der oben beschriebenen Verpaarung unabhängig davon, ob es sich um rotfahle oder blaue Tiere handelt,  weiße Binden aufweisen wird.

                                                                                                                                            re. Bild aus amerkianischer Zucht (Foto: privat)

 

 

 

       

Foto: Jens Behrens

aus der Zucht von Thomas Zöller, aus der Verpaarung weiß X hellblau mit weißen Binden entstanden. 

 

Foto: Jens Behrens

Ebenfalls aus der Zucht von Thomas Zöller, auch aus der Verpaarung weiß X hellblau mit weißen Binden entstanden.

 

Foto: privat, aus amerkianischer Zucht

Da sich der Faktor Dominant Opal  auch leicht auf andere Farbenschläge übertragen lässt, entstehen dabei mehr oder weniger neue hübsche Farbenschläge. Alle oben abgebildeten Tauben tragen den Faktor in Verbindung mit einer Hämmerung - die linke Taube auf rotfahl-gehämmerter Basis, die beiden rechten Tauben tragen den Hämmerungsfaktor auf blauer Grundbasis.  Die  Taube in der Mitte ist  hellblau-weißgeschuppt, obwohl es sich genetisch gesehen eigentlich um eine Hämmerung handelt. Das ganz rechte Tier ist blau-rosageschuppt. Beim Faktor Dominant Opal spielen verschiedene Fakotoren eine Rolle, die dazu führen, dass eine "rein-"weiße Binde bzw. eine "rein"-weiße Schuppung entsteht.  Bei den Altdeutschen Mövchen stellt  das blau-rosageschuppte Tier (ganz rechts) keinen eigenen Farbenschlag dar, was bei anderen Rassen aber durchaus der Fall sein kann. Tiere mit "rostigen" Binden bzw. rostiger Hämmerung fallen regelmäßig in der Zucht der Hellblau-weißbindigen an und werden in der Regel als so genannte Fehlfarbe nicht in die Zucht eingesetzt, da sich dieses Merkmal hartnäckig  vererbt.

Der Bindensaum des Farbenschlages                                                                                                              

blau mit weißen Binden: 

kann nicht weggezüchtet werden und gilt als ein typisches Merkmal. Ähnlich wie bei dem zuletzt beschrieben Farbenschlag wäre es schön, wenn sich mehr Züchter mit ihm befassen würden. Man sieht diesen Farbenschlag  eher selten auf Ausstellungen. Über den derzeitigen Zuchtstand ist es daher schwierig, eine konkrete Aussage zu machen. Auch bei diesen Farbenschlag ist es wichtig, auf reinweiße Binden zu achten, die auch frei von jeglichem rostigen Anflug sein sollten. Der Erzüchter dieses Farbenschlages, Rainer Dammers, erschuf diesen Farbenschlag u. a. mit Hilfe von kurzschnäbligen Satinetten des Farbenschlages Blau mit weißen Binden.

 

      

Schön die durchgefärbten Schwingen zu sehen als Unterscheidungsmerkmal zum Farbenschlag Hellblau mit weißen Binden. Aus der Zucht von Jorgen Primdal

 Blaue Altdeutsche Mövchen mit weißen Binden. Gut zu sehen der schwarze Saum neben der weißen Binde. Züchter Jorgen Primdal/ Dänemark 

 

 Braunfahle Altdeutsche Mövchen:                                                                                                                                                             

sind vor einigen Jahren im Wesentlichen vom dänischen Züchter Jorgen Primdal erzüchtet worden und später nach Deutschland gelangt. Jorgen berichtet, dass sie zufällig entstanden sind. Er verpaarte ein Orientalische Mövchen mit einem blau-weißbindigen Altdeutschen Mövchen. Da das  Orientalische Mövchen  spalterbig auf "braun" war, fielen Junge in braunfahl. Aus diesen Jungtieren konnte dann die Erzüchtung dieses schönen Farbenschlages erfolgen.  Heute sind  diesem Farbenschlag  mehr Züchter zu wünschen. Einige wenige  Züchter halten braunfahle Altdeutsche Mövchen neben ihren Hauptfarbenschlägen. Die Braunfahlen haben schon recht gute Figuren und auch die Köpfe sind schon sehr typhaft. Die Schildfarbe ist schon recht schön und  gleichmäßig. Bei der Bindenfarbe muss darauf geachtet werden, dass diese nicht  bronzefarbig wird, sonst würden diese Tiere einem anderen Farbenschlag -  braunfahl mit bronzenen Bindern - zugeordnet werden müssen (dieser ist allerdings nicht anerkannt).

         
Braunfahle Täubin aus der Zucht von Jorgen Primdal/ Dänemark  

Die Binden dieses Tieres weisen schon ein wenig zu viel  Bronzeton auf.

 

 

 

 

Altdeutsche Mövchen in braunfahl mit Schnippe (nicht anerkannt):

Die auf den unten gezeigten Bildern von  Mövchen mit Schnippen stammen alle aus der Zucht von Josef Betting. Vor etlichen Jahren hatte er in seine Altdeutschen Mövchen Orientalische Mövchen eingekreuzt. Noch heute fallen immer wieder  Tiere in der Zucht in verschiedene Farbenschläge, die nicht anerkannt sind. Bis Ende des 1. Welkrieges wurden in Deutschland so genannte "Schnippenmövchen" gezüchtet. Hierbei handelte es sich allerdings um Farbenschwänze mit Schnippe (beschrieben in: Mövchen international, Seite79).

         

 

 

Auch in der Zucht von Ida Mommsen ist im Jahr 2017 ein rotes Mövchen mit Schnippe gefallen. 

0,1 braunfahl-gehämmert mit Schnippe aus der Zucht von Josef Betting

 

Dieselbe Täubin wie auf dem linken Bild, rechts daneben 1,0 im selben Farbenschlag

 

 

 Braunfahle Altdeutsche Mövchen mit Schnippe (nicht anerkannt):

Alle Tiere in braunfahl mit Schnippe aus der Zucht von Josef Betting.

   

   

Schnippenmövchen, wie sie bis zum Ende des 1. Welt- krieges auch in Deutschland noch gezüchtet wurden. aus: (Mövchen international , S. 78). Hier wurden allerdings nur die Farbenschwanzmövchen mit Schnippe gezüchtet, Schildige Altdeutsche wurden damals nicht mit Schnippe gezüchtet.

         

Khakifahle Altdeutsche Mövchen (nicht anerkannt):

Die Farbe khakifahl ist die Verdünntfarbe von braunfahl. Erstmalig  habe ich khakifahle Tiere auf der Nationlen 2013 in Dortmund gesehen. Der Ausssteller war Stefan Iding. Im selben Jahr wurde ein weiteres Tier in khakifahl auf der Gruppensonderschau Süd von Fritz Messerschmidt vorgestellt. Dieses Tier war aber fälschlicherweise als braunfahl ausgestellt worden. Dass es sich hierbei um ein hochwertiges Tier handelt belegte die erreichte Note "hv" . Der khakifahle Farbenschlag ist durch Kreuzungen mit blaufahlen Tieren entstanden. So wurde der Verdünnungsfaktor auf die braunfahlen Tiere übertragen und die ersten khakifahle Altdeutschen Mövchen konnten entstehen. Inzwischen gibt es auch khakifahle Täuber und man kann gespannt sein, wie sich dieser Farbenschlag weiter entwickeln wird. Aus khakifahlen Täubern mit braufahlen Täubinnen verpaart, werden immer khakifahle Töchter und braunfahle Söhne fallen.Mit den bereits vorhandenen Tieren könnte man diesen Farbenschlag schnell "aufbauen".

 

       

Khakifahle Täubin aus der Zucht von Stefan Iding.

 

Khakifahle Täuin aus der Zucht von Fritz Messerschmidt

 

Khakifahler Täuber aus der Zucht von Josef Betting.

 Braunfahl-gehämmerten Altdeutschen Mövchen:

Im Jahre 2012 standen die ersten Tiere dieses Farbenschlages zur Sichtung auf der Junggeflügelschau in Hannover. Man kann gespannt sein, wie sich dieser Farbenschlag weiter entwickeln wird. Reiner Wolf vom Bundeszuchtausschuss des BDRG schreibt in seinem Bericht "Neuzüchtungen Tauben 2012"  in der Geflügelbörse 2/ 2013 dazu:  "Altdeutsche Mövchen braunfahl-gehämmert erfüllen überwiegend die Norm im Rahmen der Sichtung. Selbstverständlich gibt es noch Rassemerkmale im Vorstellungsverfahren zu verbessern, wie die Erzielung einer sauberen braunen Hämmerung, die Vollständigkeit der Rosettendarstellung oder auch der notwendigen Haubenfülle.". Auf der Euregio-Schau 2013 der Gruppe West standen drei Tiere in diesem Farbenschlag in der AOC. Für die Nationale in Dortmund sind zurzeit  von Stefan Iding elf Tiere für das Anerkennungsverfahren gemeldet worden. Anschießend ist dieser Farbenschlag vom Bundeszuchtausschuss anerkannt worden.

 

         

Deutsche Junggeflüggelschau 2012, 1,0 braunfahl-gehämmert aus der Zucht von Stefan Iding

Foto: Proll

 

Deutsche Junggeflügelschau 2012 0,1 braunfahl-gehämmert  aus der Zucht von Stefan Iding.

Foto: Axel Sell

 

 

 

Altdeutsche Mövchen in  blau ohne Binden:

dieser Farbenschlag, der noch nicht anerkannt ist, wird das erste Mal  2013 auf der Junggeflügelschau in Hannover zur Sichtung ausgestellt werden. Die Altdeutschen Mövchen in blau ohne Binden bzw. blau-hohlig sind durch Verpaarung von blau-schwarzbindigen Altdeutschen Mövchen mit Altdeutschen Mövchen im Farbenschlag blaufahl ohne Binden entstanden. Gleichzeitig wurden auch blau-schwarzbindige Altdeutsche Mövchen  mit Süddeutschen Schildtauben in blau-hohlig verpaart. Beide Linien wurden später zusammengeführt. Ein ausführlicher Artikel über die Erzüchtung ist in der aktuellen Ausgabe der Geflügelbörse (19/ 2013) erschien.

 

Altdeutsche Mövchen blau ohne Binden - Geflügelbörse 19.2013.pdf
Download

  

      

 Jungtäubinnen in blau ohne Binden von 2013, Züchter: J.Behrens


 

 

0,1 blau mit schwarzen Binden V Europachampion von Köln 2010 mit 1,o blau ohne Binden Jungtier von 2013, beide aus der Zucht von Jens Behrens

 

 

Jungtäuber in blau ohne BInden von 2013, Züchter: J. Behrens


 

Weitere, nicht anerkannte Farbenschläge: 

       

0,1 braun  mit weißen Binden,   Züchter: Jorgen Primdal/ Dänemark

 

Flügel der 0,1 links. Auf dem Bild zu erkennen dier braune Grundton, der belegt, dass es sich um ein braunfahles Altdeutsches Mövchen mit weißen Binden handelt. Die Täubin ist aus einer Zufallsverpaarung entstanden. Der Vater ist ein blau-schwarzbindiger Täuber, der spalterbig auf braun ist und die Mutter eine "helle" blau-weißbindige Täubin. Aus dieser Verpaarung können nur "braune" Töchter fallen.

 

 

 

      

1,0 aus der Zucht von Giulio Marcoccia/ Canada.

 

 In den USA und in Canada gibt es Bestrebungen, Schimmelvarianten zu erzüchten.

  Altdeutsches Mövchen in blau-schimmel.                            Züchter: Giulio Marcoccia/ Canada

 

             
         

 

 

Ein Mosaik aus der Zucht von Theodor Böser.

 

Die Seite befindet sich noch im Aufbau. Sollten Sie schöne Bilder von Altdeutschen Mövchen haben, so können Sie diese mir gerne unter: dolmetscherBehrens@gmx.de als jpg mailen. Geeignete  Bilder werden dann unter dem entsprechenden Farbenschlag eingepflegt.

 

 

 

 

 

 

 

   
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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